10 Checkpunkte

 

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt, dass auch die längste Reise mit dem ersten Schritt beginnt. Ein solcher Schritt könnte auch der sein, am ersten Urlaubstag morgens in seinen eigenen Wagen zu steigen – und gemütlich Richtung Irland los zu fahren. Es gibt viele Gründe, mit dem Flugzeug zu fliegen. Es gibt ebenso viele gute Gründe, die Reise auf die grüne Insel mit seinem eigenen Auto zu unternehmen. Mit den folgenden Checkpunkten möchten wir nichts weiter als eine Entscheidungshilfe bieten.

 


1. Nicht unwichtig - der Preis

Stellen wir uns einmal eine ganz normale Durchschnittsfamilie vor: Vater, Mutter, 2 Kinder im Alter von 3 und 5 Jahren, wohnhaft irgendwo im Ruhrgebiet. Da die Kinder noch nicht schulpflichtig sind, kann unsere Familie ihren Urlaub für die preisgünstige Vorsaison planen und entscheidet sich für 2 Wochen im Juni, nämlich von Samstag, dem 12.06. bis zum Samstag, dem 26.06.. Ein Billigflug mit Aer Lingus von Düsseldorf nach Dublin, kostet bei günstigen Flugpreisen 168,- Euro pro Person hin- und zurück, zuzüglich der Gepäckgebühren von 30,- Euro (So der Preis am 25.5.2010). Dazu kommt noch der Mietwagen für zwei Wochen: 39,- Euro pro Tag (Anbieter Hertz) für einen Vectra z.B. (der sollte es allein wegen des Kofferraums bei 4 Personen schon sein…) – das ergibt einen Gesamtpreis von 1338,- Euro. Berechnung:

Flug 672,- (168,- x 4) + Gepäck 120,- (30,- x 4) + Mietwagen 546,- (39,- x 14 Tage) = Gesamtpreis 1338,-

Wenn sich dieselbe Familie aber für die Fähranreise via Calais – Dover und Swansea – Cork entscheidet, kommt sie (am 25.05. getestet) auf nur 590,- Euro (inkl. einer 4-Bett-Kabine auf der Strecke in den Süden Irlands) hin und zurück – und hat somit gegenüber der Fluganreise erst einmal satte 726,- Euro gespart (Natürlich zieht man noch die vergleichbaren Km-Anfahrtkosten davon ab).

 

 

2. Sparen durch Schieben

Wer in seiner Planung flexibel ist, kann durch einfaches „Schieben“ der Urlaubsdaten viel Geld sparen. Während es bei den Billigfliegern nur noch Ab-Preise gibt (die sich jederzeit ändern können), haben viele Fährgesellschaften mehrere, teilweise bis zu 7 Saisonzeiten. Geschicktes Vermeiden von Wochenenden oder Verschieben der Hin- oder Rückfahrtdaten manchmal nur um einen einzigen Tag kann die Reisekasse nicht unerheblich entlasten.

 


3. Von den Vorzügen des Alters

Fast alle Fährgesellschaften bieten die verschiedensten altersgebundenen Ermäßigungen an. Da kann sich genaues Hinschauen lohnen: während beim Fliegen ein so genanntes „Infant“ unter 2 Jahren immerhin noch 10% vom Flugpreis zahlt (und das ohne einen eigenen Sitzplatz zu haben), sind Kleinkinder bei den meisten Reederein bis zu einem Alter von 4 oder 5 Jahren völlig kostenlos.

 


4. Rauchen kann tödlich sein – Fliegen zumindest gesundheitsgefährdend

Sie waren spät und bekamen nur einen Platz in der Mitte zwischen zwei anderen wildfremden Menschen. Den Körperkontakt können Sie gar nicht vermeiden. Der eine schwitzt, der andere hustet und niest ununterbrochen. Das ist weniger als appetitlich….


5. Ihre Persönliche Freigepäcksgrenze: 500 kg.

Oder kennen Sie die Größe aller Kofferräume aller möglichen Mietautos?

Einer der Hauptnachteile beim Fliegen ist die Beschränkung des Freigepäcks auf maximal 20 kg pro Person – und manchmal ja noch weniger (Ryanair erlaubt nur 15 kg!). Ob 20 oder 15kg – die sind schon mit den wichtigsten Reiseutensilien und Kleidungsstücken schnell erreicht. Wohin jetzt aber mit den Spielsachen für die Kinder, den 25 Krimis, die man immer schon mal lesen wollte oder der Kaffeemaschine, die es im Ferienhaus vielleicht nicht gibt? Wohl dem, der seinen eigenen Kofferraum so richtig voll laden kann – und durch die Mitnahme von preiswerten Lebensmitteln gegenüber den irischen Supermarktpreisen den einen oder anderen (T)Euro spart. Wer fliegt, braucht meistens einen Mietwagen. Wissen Sie, wie groß der Kofferraum der einzelnen Fahrzeugtypen ist und ob Ihre Angeln oder der Kinderwagen tatsächlich da rein passen? Mal abgesehen davon, daß man in der Regel nur Fahrzeugkategorien buchen kann und erst vor Ort erfährt, welches Auto man tatsächlich erhält. Da ist so manche Überraschung möglich!

 


6. Was ist, wenn was ist?

Stellen Sie sich vor, die Koffer sind gepackt, der Abreisetag steht vor der Tür, und plötzlich kriegt eines der Kinder Zahnweh. Oder das Wetter in Irland ist so toll, daß Sie gerne noch zwei Tage länger bleiben möchten. Ihr Flugticket ist jetzt, je nach gebuchtem Tarif, entweder gar nicht oder nur gegen hohe Gebühren, auf jeden Fall aber nur mit großem Aufwand umbuchbar. Wenn überhaupt. Bei vielen Fährgesellschaften hingegen werden solche gewollten oder ungewollten Änderungen direkt vor Ort oder durch einen kurzen Anruf beim Hafenbüro kulant und preiswert, oft sogar kostenlos bearbeitet.

Häufig braucht man nach der Änderung der Buchung im Computer nicht mal ein neues Ticket. Somit bietet die Fähranreise ein großes Maß an Flexibilität, wenn es denn wirklich mal notwendig sein sollte. Und wenn Sie den Urlaub tatsächlich ganz absagen müssen? Flug und Leihwagen haben Sie im anonymen Internet längst schon im Februar voll bezahlt – davon sehen Sie wahrscheinlich kaum etwas wieder.

Die Fähre zahlen Sie (bei unseren Tarifen) im Februar nur an – Restbetrag 3-4 Wochen vor Abfahrt. Stornokosten bei vielen Fähren nur zwischen 100 und max. 250 Euro…

Könnte also auch dafür sprechen: Mit der Fähre nach Irland...

 


7. Fliegen ist schnell – „fähren“ auch!

Ein gern benutztes Argument: „Fliegen ist doch viel bequemer, und man ist schneller da!“ Alles eine Frage der Betrachtungsweise! Nehmen wir mal an, Sie wohnen in der Nähe von Köln und haben ein Ferienhaus in Donegal gebucht. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

Variante A:
Morgens in aller Herrgottsfrühe aufstehen und auf die Freunde warten, die Sie um 8 Uhr zum Düsseldorfer Flughafen bringen (Taxi wäre zu teuer und Bahn zu umständlich mit all dem Gepäck). 10 Uhr einchecken, Abflug um 10.55 Uhr, Ankunft in Dublin 11.50 Uhr. Am Gepäckband warten, bis Ihre Koffer fast als allerletzte ankommen, schnell zum Mietwagenschalter hetzen, trotzdem 45 Minuten in der Schlange warten und gegen 14 Uhr endlich das Auto übernehmen. Fahrzeit Dublin – Donegal 5 bis 6 Stunden mit Zwischenstop zum Einkaufen der wichtigsten Lebensmittel, im Dunkeln nur zweimal verfahren, gegen 22 Uhr noch schnell das Auto ausladen, die Betten beziehen, den Ofen anheizen, ein paar Eier in die Pfanne hauen, in den Koffern nach den Zahnbürsten graben, und dann endlich das müde Haupt zur Ruhe betten.

Variante B:
Gegen 12 Uhr losfahren, 17.30 Uhr übersetzen von Amsterdam nach Newcastle, Ankunft ausgeschlafen am nächsten Morgen um 09.00 Uhr (wegen der Zeitverschiebung), in nur vier Stunden (knapp 270 km) von Newcastle nach Cairnryan fahren. Einchecken, dort um 15 Uhr ablegen – und in einer Stunde (16 Uhr) sind Sie bereits auf der grünen Insel in Larne. Je nach Lage Ihres Haus benötigen Sie von Larne ins County Donegal ca. 3 bis 4 Stunden.

Mit dem Flieger waren Sie 14 Stunden unterwegs, mit der Fähre 32 – aber viele Stunden davon haben Sie sich (im Schlaf) fahren lassen. Was glauben Sie, welcher Anreiseweg der entspanntere und stressfreiere war?

 


8. Französisches Intermezzo

Viele potentielle Fährenfreunde lassen sich abschrecken durch den Gedanken an endlose Autobahnkilometer in Frankreich, England, Holland oder Belgien. Irland ist nun mal nicht nur eine Insel, sondern auch noch die Insel hinter der Insel.
Um vom Kontinent direkt nach Frankreich zu kommen, muß man zunächst in die Normandie bzw. die Bretagne; die Anreise bis zur Kanal- oder Nordseeküste mag zwar kürzer sein, aber dann liegen noch England und Wales, je nach Reisestrecke vielleicht auch Schottland vor Ihnen. Aber warum sollte dass ein Nachteil sein? Die französische Atlantikküste ist wunderschön; planen Sie doch einfach ein oder zwei Tage bei den Celtic Cousins in der Bretagne ein. Oder einen Zwischenstopp in den schottischen Highlands. Oder einen Besuch in Oxford. So viele lohnende Ziele – viel zu schade, um sie nur von oben zu betrachten! Ihnen ist sicher längst klar geworden: solche Überlegungen machen nur Sinn, wenn Sie ohnehin eher drei als zwei Wochen Urlaub verplanen können. Aber wir reden hier ja auch nicht von einem Kurztrip nach Dublin (Irland?), sondern von Urlaub! Oder davon: Mit der Fähre nach Irland...
 


9. Der Weg ist das Ziel

Können Sie in zwei Stunden den Alltag abschalten? Länger brauchen nämlich die meisten Flieger nach Irland nicht. Und wer kann in diesen zwei Stunden wirklich den Stress im Betrieb, den Streit mit der neugierigen Nachbarin oder den Ärger mit dem Finanzamt so total vergessen, daß er oder sie am Dubliner Flughafen bereits voll in Urlaubsstimmung ist? Für viele wird sich diese Ankunft eher wie Kulturschock anfühlen! Und dann braucht man doch ein oder zwei Tage, bis die Seele wirklich baumelt. Bei der Anreise mit dem eigenen Wagen und der Fähre kommen Sie Ihrem Ziel Kilometer für Kilometer und Seemeile für Seemeile näher, und wenn Sie ankommen, kommt auch der Kopf (oder der Bauch) mit an. Und unterwegs hatten Sie vielleicht sogar so etwas wie Kreuzfahrt-Feeling. Moderne Fähren sind mit allem ausgestattet, was man benötigt, um die Zeit auf dem Wasser angenehm zu verbringen: Restaurants, Bars, Cafes, Shops, Bordkino und Kinderspielecken. Und die Vorfreude auf den Urlaub steigt umso mehr, je länger Sie sich an Deck den Seewind um die Nase wehen lassen! PS: Der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik e.V. hat ein nettes, anschauliches, ca. 5-minütiges Werbevideo ganz allgemein übers ‚Fähre-Fahren’ zusammengestellt. Wollen Sie sich das nicht einmal kurz ansehen?

Sie erinnern sich: sowohl fürs Fliegen, wie für die Mitnahme seines eigenen Wagens gibt es viele gute Gründe. Mit den Checkpunkten von oben wollten wir nichts weiter als eine Entscheidungshilfe bieten.

Gute Reise!